Bramscher Nachrichten 06.02.2006

Zwei Stunden in Urlaubsstimmung
„Órgano Caribe“ vertrieb mit exotischen Rhythmen kurzzeitig den Winter

Ausladende Palmen, warme Temperaturen, blaues Wasser und die Klänge tropischer Musik, das sind die Zutaten, aus denen der Traumurlaub eines so manchen gestressten Mitteleuropäers besteht. Wer nicht so weit in die Ferne schweifen mochte oder konnte, der lag beim zweiten Konzert des diesjährigen Kneipenkult(o)urprogramms der Stadtmarketing Bramsche GmbH im Tropinarium der AQUARENA im Hasebad goldrichtig. Die Formation „Organo Caribe“ aus Münster sorgte am Sonnabend mit exotischen Klängen und Rhythmen für einen gelungenen karibischen Abend mitten im Bramscher Winter.

Von Salsa, Mambo, Conga und kubanischem ChaChaCha über Merengue aus der Dominikanischen Republik und Calypso aus Trinidad bis hin zu kolumbianischen- und brasilianischen Stücken boten Jürgen Fischer (Percussion, Gesang), Christian Overmann (Percussion Gesang) und Roberto Morales (Drehorgel, Percussion, Gesang) in vier halbstündigen Sets die gesamte Bandbreite karibischer und südamerikanischer Musik quer durch ihr üppiges Repertoire. Hierzu gehörten so populäre Lieder wie „Mambo Jambo“ von Perez Prado, „Los Muertos“ von Tony Tano oder „Guantanamera“ (Marti/Fernandez). Mit eingestreuten Soloeinlagen auf ihren Congas und Bongos gaben die Musiker zwischendurch immer wieder Kostproben ihres grandiosen musikalischen Könnens und Rhythmusgefühls.

Der Star der Band ist aber zweifellos „Mathilde“, wie die Drehorgel liebevoll von der Band genannt wird. Die „auf karibisch umgeschulte“ deutsche Hofbauer-Drehorgel ist das melodiöse Herz der Formation. Bereits Ende des 19.Jahrhunderts kamen die ersten Drehorgeln nach Kuba, wo sie umgebaut wurden, um mit kubanischer Musik populäre Tänze zu begleiten. Heute sind Drehorgel-Gruppen in ganz Kuba verbreitet. Wurde Mathilde ursprünglich mit Noten von langen Lochstreifen aus Pappe gefüttert, so versorgt sie heute im Zeitalter der Digitalisierung ein angeschlossenes Mischpult mit Diskettenlaufwerk mit den nötigen musikalischen Informationen. „Das ersetzt jedoch nicht das Kurbeln der Orgel, denn die Pfeifen benötigen nach wie vor Luft, die nur durch das Drehen der Kurbel zugeführt wird“, wie Jürgen Fischer verrät. „Ohne Kurbeln würde Mathilde nicht funktionieren“, so Fischer.

Die ausgeprägte Rhythmik mit den so typisch karibischen Harmonien ging richtig ins Blut und ließ kein Tanzbein unelektrisiert. Die exotische Mischung aus beswingender Musik und tropischer Umgebung versetzte so manchen Konzertbesucher in Urlaubsstimmung und ließ den Bramscher Winter zumindest für gut zwei Stunden.