Im Dezember 1986 erblickte ich in Göttingen in der Werkstatt der Orgelbaumeisters Hofbauer das Licht der Welt, ca. 110 Jahre nachdem die erste Drehorgel Kuba erreichte.

Meinen Namen Mathilde erhielt ich erst später und zunächst lautete mein Name 37er Harmonipan. Die Zahl 37 verrät hier die Anzahl der verfügbaren Töne und eine meine Besonderheiten ist, dass das Abspielen der Töne auf elektronischem Weg erfolgt. Wir Drehorgeln waren ja schon immer hochmodern digital gesteuert. Ob Walze, Lochstreifen oder elektronische Midi-Steuerung, es kommt immer zunächst auf zwei Dinge an, ist die Pfeife geschlossen = Position 0, ist sie geöffnet und erklingt = Position1 … was könnte digitaler sein … Welches Medium diese Positionen steuert, ist ganz egal.

 

Nach 8 Jahren berliner Moritaten und bayerischen Märschen kam ich 1994 nach Münster und zog in den Übungsraum dreier Percussionisten ein. Dieser Umzug änderte mein Leben komplett. Ich bekam ein schönes neues, buntes T-Shirt und lernte Mambo, ChaChaCha und Merengue zu spielen und … ich bekam in Anlehnung an den Namen einer der ersten Orgeln auf Kuba den Namen Mathilde.

 

 

 

Für meine musikalischen Begleiter stellt meine moderne technische Ausstattung mit einer elektronischen Steuerung allerdings eine echte Herausforderung dar. Die Handkurbel dient nun noch zum Pumpen der Luft, und der „Dreher“ hat keinen Einfluss mehr auf die Geschwindigkeit der Musik, wie es sonst bei den Walzen- und Lochstreifen-Orgeln der Fall ist. Meine Geschwindigkeit ist also immer richtig und präzise, Fehler können nur noch die Kollegen machen … Das war und ist ursprünglich in Kuba natürlich anders  und verlangt von meinen Begleitern ein hohes Maß an musikalischer Präzision.

 

 

2017 hörte dann mit dem Einstieg von Dorothee in die Gruppe endlich mein einsames Damen-Dasein in der Männergruppe auf und darüber hinaus erhielten meine eher dünnen Basstöne eine kräftige Unterstützung.

 

 

 

 

Nach 31 Jahren wurde es dann ein bisschen schwierig mit der Gesundheit. Das Foto zeigt mich mit Jürgen und Herrn Böning nach meinem Reha-Aufenthalt in der Werkstatt meiner Erbauer, der Firma Hofbauer in Göttingen. Kleinere Asthmaprobleme und Probleme der elektrischen Nervenleitung wurden schnell gelöst und es gab darüber hinaus ein Wiedersehen mit meinem Erbauer Manfred.